Unser Rundgang beginnt am Zonengrenz-Museum. Dieses befindet sich unweit des einstigen Südertors, also des südlichen Stadttors. Wie viele mittelalterliche deutsche Städte hatte auch Helmstedt eine Stadtbefestigung, und in die Stadt kam man nur durch die Stadttore. Im Fall Helmstedts gab es davon vier in den vier Himmelsrichtungen: im Uhrzeigersinn ausgehend vom Südertor noch das Westertor (auch Neumärker oder Braunschweiger Tor genannt), das Nordertor und das Ostertor (auch Magdeburger, Ludgeri- oder Klostertor genannt).
Wir folgen dem Batteriewall. Hier kann man noch den Eulenturm bewundern, den letzten erhaltenen mittelalterlichen Turm der Stadtbefestigung. Der Pulverturm mit dem Schieferdach dagegen ist erst später bei der Erweiterung der Befestigung gebaut worden. Er diente der Lagerung von Sprengstoff und Schießpulver.
Der Hausmannsturm bildete das westliche Stadttor. In seiner heutigen 36 m hohen Gestalt stammt er aus dem 15. Jahrhundert. Zu dieser Zeit wurde die Stadtbefestigung entsprechend der aktuellen Waffentechnik (inzwischen gab es Kanonen) deutlich erweitert.

Auf den Batterie- folgt der Schützenwall. Der Wall im ganzen ist heute ein von Durchgangsverkehr freier Weg. Wir stoßen wir auf eine Gruppe von Häusern von 1903-05, die alle die Grundform mit einem Risalit gemeinsam haben, aber im Detail individuelle Fassadengestaltungen und verschiedene Zwerchhaus-Giebel aufweisen. Wie in der Vorstadt finden sich auch hier Jugendstil-Ornamente.
Am nördlichen Rand der Innenstadt kann man am besten das Konzept der Stadtbefestigung des 15. Jahrhunderts nachvollziehen: außen der Wall, auf dem man heute spazieren gehen kann. Außerhalb des Walls ein Wassergraben. Weiter innen die Stadtmauer. Auf dem Bild hier sieht man die Walpurgiskirche.

An einem namenlosen Turm am Wallhof vorbei…

… überqueren wir schließlich die Schillerstraße. Im Südosten hat der Wall einen seltsamen Knick in seinem Lauf: vom Langen Wall zum Kurzen Wall geht es ein Stück über die Magdeburger Straße. Das ist kein Zufall: als im 15. Jahrhundert die Stadtbefestigungen verstärkt wurden, beabsichtigte die Stadt – gegen den Willen des Abts des Ludgeri-Klosters – denn Wall weiter nach außen zu verlegen. Dies wurde nachträglich wieder rückgängig gemacht.
Über den Kleinen Wall…

kommen wir wieder zum Südertor zurück.
Ein weiteres Wohnhaus mit Jugendstil-Elementen steht an der Wilhelmstraße. Es tut einem ein bisschen leid, dass dieses Haus an drei Seiten von Straßen umgeben ist, darunter zwei stark befahrene.

Von hier ist es nicht weit bis zum Commerzbank-Gebäude, von wo es herunter zum Bahnhof geht.
Karte
GPX: Helmstedt-Wall
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- [Karte] OpenStreetMap
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