Wabe

Diesmal ist die Wanderung mit knapp 10 km nicht ganz kurz – vielleicht bevorzugt man das Fahrrad. Wir beginnen am Pepperstieg in Querum. Dieser verbindet die Wabenkampsiedlung aus der Nachkriegszeit, die aus mehreren nach Ruhrgebietsstädten benannten Straßen rund um den Westfalenplatz besteht, mit den westlicheren Stadtteilen.

Wabe bei Pepperstieg

Der Bach zieht sich hier recht geradlinig dahin, aber die angrenzenden Weiden bilden einen angenehmen landschaftlichen Hintergrund.

Das Gebäude, das man bald jenseits der Bahnlinie im Westen sieht, gehört zum Leichtweiß-Institut für Wasserbau. In der 140 m langen Halle werden Versuche zum Verhalten von Wasser an Schleusen, Häfen und dergleichen durchgeführt.

Am Karl-Hintze-Weg, im Hintergrund das Leichtweiß-Institut

Wir bieten uns jetzt auf dem Karl-Hintze-Weg. Der Name ehrt einen Gemeindevorsteher von Gliesmarode im 19. Jahrhundert. Die Ersterwähnung von Gliesmarode 1031 findet sich in der gleichen Urkunde wie die von Braunschweig. Außer Landwirtschaft gab es hier aber über Jahrhunderte nichts. Anders als z. B. in Querum, Lehndorf oder Rüningen gibt es nicht einmal eine alte Dorfkirche. Die Bugenhagenkirche – abseits unseres Wegs – wurde erst in den 1930er Jahren gebaut. Da hatte die industrielle Entwicklung schon längst Besitz von Gliesmarode ergriffen, z. B. mit den Voigtländer-Werken an der Berliner Straße/Petzvalstraße.

Wir kommen immerhin noch an einem Wohnhaus aus dem 19. Jahrhundert vorbei.

Karl-Hintze-Weg 4

Wir überqueren nun die Wabe und trennen uns vorübergehend von dem Bach. Nach dem Überqueren der Berliner Straße gehen wir ein Stück in westlicher Richtung und treffen auf das Gasthaus Gliesmaroder Thurm. Seinen Namen hat es von einem Befestigungsturm der Braunschweiger Landwehr, zu der auch der Raffturm (in der Nähe des Raffteichbads) und der Wendenturm in Rühme gehörten. Der eigentliche Turm wurde mehrmals zerstört und neugebaut. Das heutige Gebäude stammt zum Teil noch aus dem 18. Jahrhundert.

Gliesmaroder Thurm

Links neben dem Gasthaus gibt es einen Fußpfad, der uns zur Mittelriede bringt. Die Mittelriede ist ein künstlich angelegter Bachlauf, der in der Nähe der A39 von der Wabe abgezweigt wird und danach bis zur Mündung in die Schunter meist im Abstand von weniger als 100 m verläuft.

Dass wir es hier nicht nur mit zwei eingedeichten Bachläufen zu tun haben, sondern mit einem relativ weitläufigen Feuchtgebiet, sieht man immer wieder an kleinen Tümpeln.

Tümpel am Tafelmakerweg

Auf der anderen Seite des geradlinigen Grabens wurden in den 2010ern im Rahmen von Renaturierungsmaßnahmen mäandrierende Gewässerläufe angelegt, die außerdem dem Hochwasserschutz dienen.

Mittelriede am Tafelmakerweg

Der Weg hier heißt Tafelmakerweg, nach Barward Tafelmaker, der die Mehrzahl der Anfang des 16. Jahrhunderts errichteten Wasserkünste verantwortete und außerdem mehrere Jahre den Bau der Türme der Andreaskirche leitete.

Die Mittelriede verschwindet schließlich zwischen Kleingartenanlagen.

Wabe am Mutterkamp

Wir setzen unseren Weg Richtung Osten fort und gehen nach Überquerung der Wabe am Fischergraben entlang, der den Schapenbruch entwässert, einen der Riddagshäuser Teiche.

Fischergraben

Jenseits des Messewegs befindet sich erst der Kreuzteich, dann der Mittelteich.

Mittelteich

Wir entfernen uns nun nach Norden von den Teichen und kommen nach mehrmaligem Abbiegen und Überqueren der Berliner Straße nach Volkmarode.

Der Moorhüttensee geht zurück auf eine Tongrube, die bis 1978 von einer Ziegelei ausgebeutet wurde. Ihren Ursprung hatte sie, als ab 1799 größere Mengen Baumaterial für das Vieweghaus am Burgplatz benötigt wurden. Tatsächlich wurde die Ziegelei über mehrere Generationen von der Verlegerfamilie betrieben und ging erst 1893 in anderen Besitz über.

Moorhüttensee

Karte

GPX: Wabe_Nord.gpx

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